===== Ôkura Kihachirô 大倉喜八郎 ===== {{ :kihachiro_okura_cropped.jpg?200|}} geboren in 1837 in Shibata (heutige Präfektur Niigata) als Sohn eines einfachen Händlers, gestorben 1928 in Tôkyô ==== Berufliche und militärische Karriere ==== Im Jahr 1851 zog Ôkura nach Edo, um dort ein Lebensmittelgeschäft zu gründen, das er acht Jahre lang führte. Die Ankunft der Schwarzen Schiffe in Yokohama bewegte ihn jedoch dazu, in den Waffenhandel einzusteigen. Nachdem er eine viermonatige Lehre in einem Waffengeschäft absolvierte, gründete er sein eigenes Geschäft und versorgte von nun an vor allem die neue Regierung mit Waffen und anderen militärischen Gütern. Im Jahr 1873 gründete er sein Unternehmen //Ôkura gumi shôkai// 大倉組商会 , mit dem er wie bei einem //zaibatsu// 財閥, allerdings ohne eigener Bank, in vielen Wirtschaftsbereichen wie Handel, Versicherung und Bergbau tätig war. Zudem tätigte er Investitionen ins Ausland und war an der Gründung vieler japanischer Unternehmen beteiligt, u. a. des ersten japanischen Energieversorgungsunternehmens Tôkyô Electric Lightning (heute Tôkyô Electric Power //Tôkyô denryoku kabushikigaisha// 東京電力株式会社) und leistete somit Beiträge zur Modernisierung Japans. Außerdem gründete er verschiedene Bildungseinrichtungen wie die heutige Wirtschaftsuniversität Tôkyô (//Tôkyô keizai daigaku// 東京経済大学). Um die westliche Wirtschaftslage zu untersuchen, reiste Ôkura drei Mal (1872, 1884 und 1900) nach Europa und in die USA, wo er Kontakt zur Iwakura-Mission hatte und die Weltausstellung in Paris besuchte. Anschließend gründete er Niederlassungen u. a. in London, Paris, New York, Taipei und Melbourne. Der Waffenhandel blieb jedoch sein Hauptgeschäft und so unterstützte er unter anderem die kaiserlichen Truppen während der Satsuma-Rebellion und später das japanische Militär während des Sino-Japanischen-Krieges und des Russisch-Japanischen-Krieges, indem er das Militär mit Waffen versorgte sowie die Holz-, Bergbau- und Stahlindustrie in Kriegsgebieten förderte. Auf diese Weise wurde er zu einem politischen Händler (//seishô// 政商) mit vielen Beziehung zum Militär, Finanzwesen und Politik. Im Jahre 1905 wurde ihm der Titel des Barons verliehen. ==== Ôkura Shûkokan 大倉集古館 ==== Ôkura begann mit dem Kunstsammeln im Jahr 1878, da er den Verkauf japanischer Kulturgüter in den Westen beklagte und sich selbst in der Aufgabe sah, die japanische Kultur zu schützen und zu fördern. Mit Spenden seiner Gebäude, Gelder und Kunstobjekte gründete Ôkura Kihachirô das //Ôkura shûkokan// 1917 als erstes privates Kunstmuseum Japans. Nachdem das Museum 1923 durch das Große Kantô-Erdbeben vollständig zerstört worden war, wurde es 1928 neu eröffnet. Das neue Gebäude wurde von Itô Chûta 伊東忠太 (1867-1954) im chinesischem Stil entworfen und steht nun vor dem Ôkura Hotel in Minato. 1928 wurde das Gebäude in die Liste der materiellen Kulturgüter aufgenommen. Nach dem Tod des Gründers übernahm sein Sohn Ôkura Kishichirô 大倉喜七郎 (1882-1963) die Leitung des Museums. Die Sammlung Ôkuras umfasst etwa 2500 Objekte, darunter Bilder, Bücher, Skulpturen, Keramik, Lackwaren, metallische Objekte und Schwerter und wurde durch den Sohn durch moderne japanische Kunst erweitert. In der Sammlung befinden sich drei Nationalschätze, 13 wertvolle Kulturgüter und 44 wertvolle Kunstobjekte. Die Bibliothek des Museums besteht aus etwa 35.000 chinesischen und etwa 1000 japanischen Büchern. ==== Quellen ==== * HAMON, Claude: „//Ôhara Kihachirô: Meiji kara Taishô no, nekkyô no kuni no jigyôka (dairokkai kokusai nihongaku konsôshiamu// 大倉喜八郎:明治から大正の、熱狂の国の事業家 (第6回国際日本学コンソーシアム: International Workshop „Consumption and Consumerism in Japanese Culture“)Okura Kihachiro: From Meiji to Taisho, a Businessman in a State of Frency (The 6th Consortium on Global Perspectives in Japanese Studies: International Workshop „Consumption and Consumerism in Japanese Culture“). In: //Hikaku nihongaku kyôiku kenkyû sentâ kenkyû nenpô// 比較日本学教育研究センター研究年報, Bd. 8 (2012), S. 193-194. * SUNAGAWA, Yukio 砂川幸雄: //Ôkura kihachirô no gôkai naru shôgai// 大倉喜八郎の豪快なる生涯. Tôkyô: Sôshinsha 1996. * „Ôkura, Kihachiro“, abrufbar unter: www.ndl.go.jp/portrait/e/datas/244.html (letzter Zugriff am 10.05.2019). * „Ôkura Museum of Art“, abrufbar unter: www.shukokan.org (letzter Zugriff am 10.05.2019). Sarah Berg